Tagebuch einer männlichen Braut
Der blonde Dori beschreibt in seinem Tagebuch die Stationen seines ungewöhnlichen Lebens. Für lange Zeit ist es ihm selbst ein Rätsel, warum manche Männer sich so sehr um seine Freundschaft bemühten, während andere ihn verächtlich als Hure bezeichneten. In aller Unschuld und Naivität begreift er nicht, dass sein ganz selbstverständlich gelebtes effeminiertes Verhalten ihn in den Augen der Anderen verdächtig macht. Nachdem er sich entschließt, die Kleidung des anderen Geschlechts anzulegen, erlebt er einen rasanten sozialen Aufstieg, der jedoch im Fiasko endet.
Das Tagebuch spiegelt eigene Erfahrungen des Autors Walter Homann (1887-1918), verarbeitet aber auch das Schicksal der Comtesse Dina Alma de Paradeda, die Magnus Hirschfeld als Paradebeispiel für den sexuellen Sondertypus des Transvestiten anführt.
Der Einzelgänger
Du & Ich, November 2005:
Das Buch gilt bis heute als das beste schwule Buch aller Zeiten. Es geht um Dinge, die jeden Menschen ausmachen. Einsamkeit, Verlust des Freundes, das Verhältnis zum Altern. 40 Jahre nach seinem ersten Erscheinen liegt der Klassiker, mit einem schönen Nachwort von Gerhard Hoffmann versehen, nun wieder vor. Und ist tatsächlich Pflichtlektüre.